Warum starrt mich mein Hund an?

October 11, 2019 • bora

Warum starrt mich mein Hund an?
Ein Zeichen der Zuneigung oder die Bitte, den Futternapf aufzufüllen? Starrende Blicke können für unsere vierbeinigen Begleiter viele Bedeutungen haben.

In der Welt der Menschen ist Blickkontakt eine Form der sozialen Bindung – und bei unseren Hunden ist das nicht anders. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Blickkontakt zwischen zwei Menschen ihre Bindung stärkt. Forschende haben zudem herausgefunden, dass bei Hunden durch den Blick in die Augen ihrer Besitzer dieselben Hormone aktiviert werden. Wie die meisten Formen der Körpersprache kann Starren jedoch je nach Kontext unterschiedliche Bedeutungen haben.


Blickkontakt ist eine Möglichkeit, mit der unsere Haustiere unsere Aufmerksamkeit gewinnen. Ob er möchte, dass Sie mit ihm zum Lösen hinausgehen, seinen Wassernapf auffüllen oder ihm einen leckeren Snack geben: Starren kann für Fido eine wirksame Methode sein, Ihnen mitzuteilen, dass er etwas möchte. Achten Sie auf den Kontext seines Verhaltens, um besser zu verstehen, was Ihr Hund Ihnen sagen möchte. Wenn er Sie zum Beispiel mit der Leine im Maul anstarrt, bittet er Sie fast sicher um einen Spaziergang.



In anderen Fällen ist Starren ein Zeichen dafür, dass Ihr Hund nachdenkt und Eindrücke aus seiner Umgebung verarbeitet. Oft begleitet vom klassischen Schieflegen des Kopfes, schaut Fido Ihnen möglicherweise in die Augen, während er versucht, einen neuen Befehl zu verstehen oder über ein ungewohntes Geräusch nachdenkt, das Sie gemacht haben. Unsere Hunde möchten uns gefallen, daher zeigt Ihr Begleiter mit diesem Verhalten, dass er sein Bestes tut, Ihre Befehle zu befolgen und nicht gescholten zu werden.
 
Natürlich gibt es auch Situationen, in denen Hunde auf aggressive Weise starren. Im Tierreich ist Blickkontakt oft ein feindseliges Verhalten und eine Aufforderung zum Angriff. Beobachten Sie die Körpersprache Ihres Haustiers, um zu verstehen, was sein Blickkontakt aussagt—das kann Ihnen helfen, sich bei einem aggressiven Tier nicht in Gefahr zu bringen.

In den meisten Fällen ist Starren bei Hunden ein normales Verhalten. Längeres ins Leere oder an Wände Starren kann jedoch ein Symptom der kognitiven Dysfunktion beim Hund, kurz CCD, sein – einer Erkrankung, die der Alzheimer-Krankheit beim Menschen ähnelt. Wenn sich Ihr Hund an vertrauten Orten verirrt, nicht mehr auf gewöhnliche Befehle reagiert, zittert oder ziellos umherläuft, sollten Sie ihn zur Untersuchung zu Ihrem Tierarzt bringen, um die Erkrankung diagnostizieren zu lassen. Zwar gibt es keine Heilung, doch Ihr Tierarzt kann Ihnen Ratschläge geben, wie Sie Ihrem Begleiter bei CCD am besten helfen können.



Beim Deuten von Fidos Blick ist es wichtig, auf den Kontext zu achten. Obwohl Starren häufig ein Zeichen von Zuneigung ist, kann es für Ihr Haustier auch zahlreiche andere Bedeutungen haben. Indem Sie auf Hinweise aus der Situation achten, können Sie Ihr Haustier und seine Bedürfnisse besser verstehen und Ihre gemeinsame Bindung stärken.

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