Westminster: Die Hundeausstellung, die über alle herrscht

May 23, 2014 • danielle

Westminster: Die Hundeausstellung, die über alle herrscht
Westminster ist eine der größten und ältesten Hundeausstellungen der Welt.

Nach dem Kentucky Derby, das 1875 begann, ist Westminster die am zweitlängsten ohne Unterbrechung stattfindende Veranstaltung in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Die erste Ausstellung fand am 8. Mai 1877 statt, was bedeutet, dass Westminster älter ist als die Erfindung der Glühbirne, des Autos und des Basketballs. Seit der Eröffnung wurden über 300.000 Hunde für die Ausstellung gemeldet.
 

Ursprünglich war Westminster eine Ausstellung für Jagdhunde wie Setter- und Pointer-Rassen. Sie wurde von einer Gruppe von Jägern ins Leben gerufen, die begeisterte Anhänger dieser Rassen waren und sich im Westminster Hotel an der Irving Place und Sixteenth Street in Manhattan trafen.

Die allererste Ausstellung fand im Hippodrome statt und zog erstaunlich viele Besucher an. Über 1200 Hunde wurden gemeldet, und die ursprünglich auf drei Tage angesetzte Ausstellung wurde auf vier Tage verlängert. Sämtliche Einnahmen des vierten Tages der Westminster-Ausstellung wurden dem ASPCA gespendet, um ein Heim für streunende und behinderte Hunde zu schaffen. Zu den Preisen für die Erstplatzierten gehörten Pistolen mit Perlmuttgriff.

 

Die Teilnehmer werden danach beurteilt, wie genau sie den Rassestandards entsprechen. Darin sind die Merkmale des idealen Exemplars der jeweiligen Rasse festgelegt.

Zum größten Teil erfüllen Rassen die Aufgaben, für die sie ursprünglich gezüchtet wurden, heute nicht mehr. Dennoch sind diese Ursprünge ein wesentlicher Bestandteil der Standards. Ein Hund muss aufgrund seines Körperbaus und Temperaments in der Lage sein, die ihm traditionell zugedachten Aufgaben zu erfüllen.
 
Auch andere äußerliche Merkmale wie Fellfarbe und Rutenhaltung sind wichtig.
 

Die Popularität von Westminster ist nach wie vor enorm. Da die Ausstellung heute im Madison Square Garden stattfindet, können aus Platzgründen nur 2500 Hunde teilnehmen. Die Startplätze sind sofort vergeben, und die Tickets sind immer ausverkauft.

Da Spitzenhunde in der Vergangenheit wegen des großen Andrangs keinen Startplatz bekommen hatten, erlaubt der Westminster Kennel Club seit 1992 den fünf besten Hunden jeder Rasse aus dem Vorjahr eine Voranmeldung, damit talentierte Anwärter die Chance erhalten, teilzunehmen.

 

Die Ausstellung funktioniert folgendermaßen: Zunächst treten die Hunde auf Rasseebene gegen andere Hunde ihrer eigenen Rasse an. Der Erstplatzierte jeder Rasse tritt anschließend in einer von sieben Gruppen an, denen seine Rasse zugeordnet werden kann. Zu diesen Gruppen gehören Sporting, Hound, Working, Terrier, Toy, Non-Sporting und Herding. Der Sieger jeder Gruppe zieht dann in den finalen Wettbewerb um den Titel Best in Show ein.

Der Gewinner von Best in Show wird sofort zur Berühmtheit. Bereits am Tag nach seinem Sieg beginnt seine Medientour, mit Auftritten in Fernsehsendungen und bei öffentlichen Veranstaltungen. Traditionell besucht der Hund auch die New York Stock Exchange, um die Eröffnungsglocke zu läuten.

 

Interessanterweise haben dreizehn Drahthaar-Foxterrier in der Geschichte der Ausstellung den Hauptpreis gewonnen, doch weder der Labrador noch der Golden Retriever, zwei der beliebtesten Hunderassen Amerikas, haben dies bislang geschafft. Ein Glatthaar-Foxterrier namens Ch. Warren Remedy ist der einzige Hund, der Best in Show dreimal gewonnen hat – und zwar drei Jahre in Folge (1907-1909).  

Bildnachweis zum Titelbild

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