Das Dilemma der verwilderten Katzen – Teil 2

April 22, 2014 • zack

Das Dilemma der verwilderten Katzen – Teil 2
Im gestrigen Beitrag haben wir einen Einblick bekommen, wie mühsam es ist, eine verwilderte Katze zu zähmen. Wie bereits erwähnt, ist das jedoch nicht immer die beste Lösung für sie. Diese Katzen leben praktisch wie Wildtiere und sind deshalb oft sehr scheu. Sie können nicht nur durch Bisse und Kratzer gefährlich werden, sondern auch Krankheiten übertragen. Verwilderte Katzen sind als Träger vieler gefährlicher Krankheiten bekannt, mit denen sich Hauskatzen und Menschen anstecken können. Tollwut, Katzenseuche, Katzen-AIDS und Toxoplasmose sind unter streunenden oder verwilderten Katzen recht verbreitet.

Einer Familie verwilderter Katzen und ihrer Jungen einfach nur freundlich zu begegnen, wird die Situation also nicht immer lösen. Du musst die Katzen einfangen und behandeln lassen oder an einen anderen Ort bringen.

Verwilderte Katzen einfangen

Um eine Katze erfolgreich einzufangen, brauchst du eine geeignete Lebendfalle, die du kaufen oder ausleihen kannst. Du kannst sie entweder online kaufen oder bei einem örtlichen Tierschutzverein, einem Tierheim, der zuständigen Tierschutzbehörde oder einer Tierarztpraxis ausleihen.
Anschließend stellst du die Falle an einem Ort auf, an dem sich die verwilderten Katzen häufig aufhalten, und legst einen Köder hinein, um sie anzulocken. Dann heißt es abwarten, bis die Falle zuschnappt.

Hier sind ein paar Tipps, damit das Einfangen verwilderter Katzen gelingt:
 
  • Achte darauf, die Falle richtig aufzustellen, und befolge dabei sämtliche mitgelieferten Anweisungen.  
  • Lege den Boden der Falle mit Pappe oder einem anderen für Katzen angenehmen Material aus. Das Drahtgitter fühlt sich für sie ungewohnt und unbequem an.
  • Decke die Falle auch von außen ab. Verwende ein Handtuch, um alle Seiten außer dem Eingang zu bedecken. Das hilft, den Stress der Katze nach dem Einfangen zu verringern.
  • Es gibt viele wirksame Köder, zum Beispiel Thunfisch, Sardinen, Katzen-Nassfutter, Katzenminze und verschiedene Fleischsorten.
  • Sobald du die Katze eingefangen hast, musst du entscheiden, wie es weitergeht. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Du kannst versuchen, ein neues Zuhause für sie zu finden. Wie wir aber im gestrigen Beitrag besprochen haben, ist es nicht leicht, eine verwilderte Katze an Menschen zu gewöhnen. Solange sie in Gefangenschaft lebt, sind die Erfolgsaussichten sehr gering. Die beste Lösung ist TNR.

    TNR

    TNR steht für „Trap, Neuter, Release“, also Einfangen, Kastrieren und Freilassen. Vereinbare schon vor dem Einfangen einen Tierarzttermin. So kann die Katze möglichst schnell behandelt und wieder entlassen werden, was ihren Stress verringert. Sobald du sie eingefangen hast, bringst du sie am nächsten Morgen in die Praxis, lässt sie kastrieren und im Rahmen deines Budgets gegen möglichst viele Krankheiten behandeln. Nach dem Tierarztbesuch lässt du sie wieder frei.

    Selbst wenn du die Katze nicht gegen Krankheitserreger behandeln lässt, kann sie sich dann nicht mehr fortpflanzen und Krankheiten an ihre Jungen weitergeben.

    Tierheime: keine gute Lösung

    Wenn du dich entscheidest, die verwilderte Katze in ein Tierheim zu bringen, solltest du bedenken, dass du damit praktisch ihr Todesurteil besiegelst. In diesen Tierheimen gibt es bereits sehr viele Hauskatzen, und für Katzen mit Verhaltensproblemen fehlen Platz und finanzielle Mittel.  

    Damit sind wir am Ende unserer Tipps zum Umgang mit verwilderten Katzen. Schau bald wieder im Petbucket-Blog vorbei, um weitere hilfreiche Tipps zu verschiedenen Tierthemen zu erhalten.
     

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