Wenn Sie ein Haustier haben, wissen Sie, wie viel Spaß, Liebe, Zuneigung und Freude es schenkt. Wahrscheinlich sind Sie auch gesünder und glücklicher als Menschen, die keine Haustiere in ihrem Leben haben. Mit anderen Worten: Haustiere können therapeutisch wirken.
Tiere werden zunehmend als Therapiemethode für Erwachsene und Kinder anerkannt, die sich von Krankheiten und Verletzungen erholen oder körperliche, geistige bzw. emotionale Erkrankungen oder Behinderungen haben. Die Therapie mit Haustieren wird auch als tiergestützte Therapie bezeichnet. Diese Tiere sind keine Assistenztiere wie Blindenhunde, die speziell dafür ausgebildet werden, Aufgaben für ihre Halter zu übernehmen.
Wo werden Therapietiere eingesetzt?
Die Therapie mit Haustieren ist keine neue Idee. Florence Nightingale empfahl den Einsatz von Tieren zur Heilung, und Sigmund Freud hatte bei seinen Gesprächen oft Hunde dabei, um seinen Patienten zu helfen, sich zu entspannen und wohlzufühlen.
Bei der Therapie werden entsprechend ausgebildete Tiere mit einem ruhigen und sanften Wesen in Krankenhäuser, Hospize, Pflege- und Seniorenheime, Gesundheits- und psychiatrische Einrichtungen, Gefängnisse und Schulen gebracht; manchmal werden auch Menschen zu ihnen gebracht. Am häufigsten werden Hunde als Therapietiere ausgewählt, aber auch Katzen, Vögel, Kaninchen, Nutztiere, Pferde und Delfine kommen zum Einsatz.
Ziel ist es, das Wohlbefinden, die Lebensqualität und die sozialen Interaktionen der Patienten zu verbessern. Am Erfolg von Tieren in dieser Hinsicht besteht kein Zweifel. Allerdings sind weitere empirische Forschungen erforderlich, um die Auswirkungen von Tieren auf langfristige medizinische Fortschritte, Lernerfolge und die kognitive Funktion von Patienten zu messen.
Forschungen haben gezeigt, dass die Tiertherapie Kindern mit Autismus, Down-Syndrom, Aufmerksamkeitsstörungen oder Lernschwierigkeiten ebenso zugutekommt wie Menschen, die sich von einem Schlaganfall erholen, Menschen mit Demenz und Alzheimer, sowie Menschen mit Depressionen oder Angstzuständen.
Insbesondere bei Alzheimer, Autismus und Lernstörungen, bei denen Frustration und Stress das Verhalten und die Stimmung beeinträchtigen, helfen Tiere dabei, Patienten zu beruhigen und Aggressionen zu verringern.

Sigmund Freud und Jofi
Bildnachweis
Wie helfen Tiere?
Tiere sind anhänglich, verspielt und liebevoll. Sie bieten Patienten bedingungslose Freundschaft und eine positive Erfahrung, was besonders für Kinder wichtig ist. Tiere helfen im Rahmen eines Therapieprogramms auch auf andere Weise:
- Sie schaffen Bindung und Gesellschaft
- Nonverbale Kommunikation ermöglicht Menschen mit Autismus oder anderen Lernschwierigkeiten die Interaktion und verbessert häufig ihre Kommunikationsfähigkeiten und sozialen Kompetenzen im Umgang mit anderen Menschen
- Sie fördern Ausdruck, Kommunikation und Sprache
- Sie reduzieren Stress und Ängste, sorgen für ruhige und entspannte Situationen und verbessern Gesundheit und Lernerfolge
- Sie geben soziale und emotionale Unterstützung
- Sie verbessern Stimmung und Lebensqualität
- Regelmäßiger Kontakt kann Beweglichkeit und kognitive Fähigkeiten verbessern und erhalten, insbesondere wenn Patienten dazu angehalten werden, Tiere zu bewegen, zu versorgen und zu pflegen
- Sie helfen bei der Überwindung von Depressionen
- Sie fördern Aktivität, Bewegung und Spiel
- Sie bieten soziale und geistige Anregung
- Sie können das Selbstwertgefühl von Menschen mit Behinderungen stärken
- Sie lenken Patienten von ihrer Krankheit oder ihrem Leiden ab
- Sie verringern das Gefühl der Isolation


Kommentare
Noch keine Kommentare. Teilen Sie als Erste:r Ihre Gedanken.
Kommentar hinterlassen