Katzen gelten im Allgemeinen ab einem Alter von 7-8 Jahren als mittelalt und ab 10 Jahren als Senioren. Bereits ab dem mittleren Alter werden Sie einige altersbedingte Veränderungen bei Ihrer Katze bemerken, auch wenn sie sehr gesund ist. Verhaltens- oder Gesundheitsveränderungen sollten tierärztlich abgeklärt werden, um Erkrankungen auszuschließen, und nicht einfach als normale Folge des Älterwerdens angesehen werden.
Futter und Wasser
Besprechen Sie eine geeignete Seniorenernährung mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt. Der richtige Nährstoffbedarf hängt von der Gesundheit, dem Gewicht und möglichen bestehenden Erkrankungen Ihrer Katze ab. Seniorenfutter ist in der Regel fettarm und proteinreich. Ihrer Katze sollte stets ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stehen.
Schlafplatz
Ihre Katze sollte ein bequemes Bett mit niedrigem Einstieg haben, damit sie leicht hinein- und herauskommt. Sie können orthopädische Betten kaufen, die für ältere Katzen, Katzen mit Arthritis oder Katzen in der Genesung nach einer Operation entwickelt wurden.
Wohnbereich
Achten Sie darauf, dass das Katzenklo Ihrer Katze leicht zugänglich ist. Wenn sich Ihre Katze körperlich nicht mehr so gut fühlt, kann es auch helfen, mehrere Katzenklos im Haus aufzustellen. Katzen können möglicherweise keine Treppen mehr steigen oder auf Fensterbänke und ihre Lieblingsregale springen. Stellen Sie Schlafplatz, Spielzeug, Katzenklo sowie Futter- und Wassernäpfe möglichst im Erdgeschoss bereit und bieten Sie ihr gegebenenfalls Rampen oder Haustiertreppen zu sonnigen, warmen Plätzen an.
Temperaturen
Ältere Katzen reagieren empfindlicher auf kaltes Wetter und benötigen daher Zugang zu warmen, trockenen Bereichen sowie warmer, bequemer Schlafgelegenheit. Senior-Katzen sind auch anfälliger für die Auswirkungen von heißem Wetter und hoher Luftfeuchtigkeit. Achten Sie im Sommer besonders darauf, dass Ihre Katze nicht unter Hitzeerschöpfung leidet.
Spielen und Streicheln
Achten Sie darauf, dass Besucher und Kinder wissen, dass Ihre Katze älter wird und nicht mehr so energiegeladen oder spielfreudig sein wird wie früher. Ihre Katze kann Schmerzen haben, unter Hör- oder Sehverlust leiden und durch Geräusche oder Berührungen leichter erschrecken und weniger geduldig reagieren.
Fellpflege
Ältere Katzen interessieren sich weniger für die Fellpflege, oft weil es ihnen schwerfällt, sich entsprechend zu positionieren und die nötigen Stellen zu erreichen. Regelmäßiges, sanftes Bürsten hilft dabei, das Fell Ihrer Katze gesund und sauber zu halten.
Sehverlust
Versuchen Sie, Flure, Türöffnungen und vertraute Wege freizuhalten, damit Ihre Katze nicht gegen Gegenstände stößt. Nachtlichter im Wohnbereich Ihrer Katze und in ihren Lieblingsräumen helfen ebenfalls.
Stress
Routine ist für Katzen sehr wichtig, besonders wenn sie ihre Seniorenjahre erreichen. Vermeiden Sie nach Möglichkeit größere stressige Veränderungen oder Unterbrechungen ihres gewohnten Tagesablaufs.
Gesundheit älterer Katzen
Jährliche Gesundheitsuntersuchungen sind für alle Katzen ratsam. Mit zunehmendem Alter sollte Ihre Katze jedoch alle sechs Monate tierärztlich untersucht werden. Ältere Katzen werden anfälliger für Infektionen, und eine frühe Diagnose sowie vorbeugende Behandlung sind für die Behandlung vieler Erkrankungen entscheidend.
Zu den normalen Veränderungen im Alter gehören: mehr Schlaf, weniger Aktivität, mehr Fressen, eine nachlassende Haut- und Fellqualität, Hörverlust, Schwierigkeiten bei der Fellpflege, langsamere Bewegungen, Probleme beim Klettern und Springen sowie der Verlust von Muskelmasse.
Ältere Katzen sind anfälliger für folgende Erkrankungen:
- Übergewicht – aufgrund von gesteigertem Appetit und weniger Aktivität
- Dünner werdendes Fell
- Arthritis
- Diabetes
- Verstopfung
- Nieren- und Lebererkrankungen
- Hyperthyreose
- Verlust von Muskelmasse, insbesondere in den Hinterbeinen
- Zahn- und Maulerkrankungen
- Sehprobleme
- Harnwegsprobleme
- Krebserkrankungen
- Viele dieser Erkrankungen können mit Medikamenten und Ernährungsumstellungen wirksam behandelt werden.
Demenz und kognitiver Abbau bei Katzen
Katzen können auch eine altersbedingte Demenz entwickeln und unter einem Rückgang ihrer kognitiven Fähigkeiten leiden. Laut ASPCA betrifft der kognitive Abbau bei Katzen „mehr als 55 % der Katzen im Alter von 11 bis 15 Jahren und mehr als 80 % der Katzen im Alter von 16 bis 20 Jahren. Gedächtnis, Lernfähigkeit, Wahrnehmung sowie Seh- und Hörwahrnehmung können sich bei Katzen mit FCD verschlechtern.“
Anzeichen für Demenz oder kognitiven Abbau sind:- Gewichtsverlust, da senile Katzen möglicherweise vergessen zu fressen
- Vermehrtes Miauen, insbesondere nachts
- Verwirrtheit – Familienmitglieder, andere Haustiere oder die vertraute Umgebung werden nicht wiedererkannt, oder die Katze verläuft sich
- Vergessen der Stubenreinheit, Urinieren oder Kotabsatz an ungeeigneten Stellen
- Mangelnde Fellpflege
- Ängstlichkeit und Stress, besonders nachts
- Zunehmende Unruhe oder Aggressivität
- Umgekehrter Schlafrhythmus sowie nächtliches Aufwachen oder Unruhe
- Starren auf Gegenstände oder ins „Nichts“
Sehkraft
Katzen können Katarakte entwickeln, die als weiße, trübe Bereiche auf der Augenlinse erscheinen. Unbehandelt können Katarakte zu Problemen bei der Farbwahrnehmung führen und Sehverlust oder Erblindung verursachen. Wenn Ihre Katze häufig gegen Gegenstände läuft oder stolpert, könnte sie Katarakte haben.
Linsensklerose tritt häufiger bei Hunden auf, kann aber auch bei Katzen vorkommen. Dabei handelt es sich um eine transparente bläulich-graue Trübung der Pupillen älterer Tiere. Die Sehkraft ist in der Regel nicht beeinträchtigt, außer in extremen Fällen.
Ein ausgeprägter Katarakt.Wann Sie zum Tierarzt gehen sollten
Wie bereits erwähnt, sollten ältere Katzen alle sechs Monate zur Gesundheitskontrolle in die Tierarztpraxis gebracht werden. Jede Verhaltensänderung erfordert eine tierärztliche Untersuchung. Bringen Sie Ihre ältere Katze so bald wie möglich zum Tierarzt, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken:- Gewichtsveränderungen
- Verminderter Appetit
- Erbrechen und Durchfall
- Erhöhte Herzfrequenz
- Atembeschwerden
- Gesteigertes Aktivitätsniveau
- Verstärkter Durst
- Speicheln
- Verstopfung
- Veränderungen beim Urinieren: erhöhte Häufigkeit, Pressen oder Unfähigkeit zu urinieren
- Urinieren/Kotabsatz an der falschen Stelle
- Mundgeruch oder Zahnfleischbluten – kann auf Geschwüre oder Krebs hinweisen
- Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Gehen
- Trübung oder Verschlechterung des Augenzustands oder sonstige Veränderungen am Aussehen der Augen
- Anzeichen von Hörverlust und Kopfschiefhaltung – können die Folge von Parasiten oder einer Infektion im Ohr sein
- Zunehmende Lichtempfindlichkeit
- Gestörter Schlafrhythmus
- Orientierungslosigkeit, Taumeln und Verwirrtheit
- Ängstliches, unruhiges und aggressives Verhalten
- Knoten, Beulen oder Schorf auf der Haut
- Schwäche oder Lethargie
- Vermehrtes Miauen – kann auf Orientierungslosigkeit, Hörverlust oder Schmerzen hinweisen
Kommentare(1)
I have a 17 year old tabby.
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