Sind Hunde wirklich farbenblind?

August 14, 2019 • yunus

Sind Hunde wirklich farbenblind?
Früher gingen Forscher davon aus, dass Hunde farbenblind sind, doch neue Erkenntnisse zeigen, dass unsere vierbeinigen Begleiter die Welt ganz ähnlich sehen wie wir.

Lange Zeit glaubten wir, dass unsere vierbeinigen Begleiter farbenblind seien, doch neue wissenschaftliche Forschungen werfen Licht auf die Farbwahrnehmung unserer Haustiere. Obwohl Fidos Sehspektrum im Vergleich zur Farbpalette des Menschen eingeschränkt ist, sehen unsere Hunde tatsächlich Farben.

Anders als Menschen, die in ihrer Netzhaut drei Arten farberkennender Zellen—sogenannte Zapfen—haben, besitzen Hunde nur zwei. Deshalb liegt das Farbspektrum unserer Haustiere zwischen Gelb und Blau. Doch woher können wir wissen, was unsere Haustiere sehen? Experimente eines Wissenschaftlers der University of Washington haben ergeben, dass die Farbwahrnehmung von Hunden mit der von Menschen mit Rot-Grün-Sehschwäche vergleichbar ist, einer häufigen Abweichung beim Menschen. Was die meisten von uns als Rot sehen, erscheint unseren Hunden wahrscheinlich dunkelbraun, während Grün, Gelb und Orange vermutlich einen gelblichen Farbton annehmen.

Eine Studie von Forschern der University of Bari bestätigt diese Ergebnisse. Bei dem Experiment verwendete das Team eine Variante des Ishihara-Tests für Farbsehschwäche, der zur Untersuchung von Farbenblindheit beim Menschen eingesetzt wird. Der Test umfasst eine Reihe farbiger Kreise, die Zahlen darstellen und für Menschen mit Rot-Grün-Sehschwäche nicht erkennbar sind. Um den Test für die teilnehmenden Hunde anzupassen, entwickelten die Forscher Tafeln mit einer Reihe von Silhouetten laufender Katzen. Anhand der Ergebnisse kamen sie zu dem Schluss, dass Hunde eine leuchtend rote Katze auf grünem Hintergrund leicht erkennen konnten, ihre Wahrnehmung der Silhouette jedoch nachließ, wenn die Katze aus gesprenkelten hell- und dunkelroten Kreisen bestand.
 
Hunde können Farben möglicherweise weniger gut unterscheiden als Menschen,  doch das bedeutet nicht, dass ihr Sehvermögen schlechter ist. Im Vergleich zu unseren Augen enthalten die Augen von Hunden mehr lichtempfindliche Photorezeptoren, sodass sie bei schwachem Licht gut sehen können. Aus evolutionärer Sicht brachte dies Vorteile mit sich: So konnten die Vorfahren unserer Haustiere in der Morgen- und Abenddämmerung besser sehen, wenn sie am ehesten auf Jagd gingen und das Farbsehen weniger wichtig war. Ähnlich wie Menschen mit Farbenblindheit haben Hunde andere, ausgeprägtere Sinne entwickelt, um ihren eingeschränkten Sehbereich auszugleichen. Nehmen wir zum Beispiel Fidos hervorragenden Geruchssinn, der etwa 40-mal stärker ist als unserer.
 
Auch wenn ihre Sehfähigkeiten sich etwas von unseren unterscheiden, sehen Hunde die Welt auf eine Weise, die mit unserer Wahrnehmung vergleichbar ist. Zusammen mit Fidos feiner Nase und seinen anderen Sinnen können sich unsere Haustiere bestens in ihrem Alltag zurechtfinden—selbst wenn ihre Welt ein wenig anders aussieht als unsere.

 

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